Herr Högger und die verschwundenen Beweismittel

Mai 24, 2011 § Hinterlasse einen Kommentar

Mal angenommen, jemand begeht ein Unrecht. Die Reaktion der Person kann sein, dass sie dies zugibt. Oder, falls es sich um was wirklich Ernsthaftes handelt, das einiges an Konsequenzen nach sich ziehen kann, wird die Person versuchen, die Beweismittel zu vernichten.

Rekapitulieren wir: Bis gestern waren auf der Seite der „BG Oberstrass“ noch Filme zu finden, die illegalerweise Musik darboten, ohne dass die Verantwortlichen sich um die Rechte gekümmert hätten.

Einer der Verantwortlichen ist Beat Högger, seines Zeichens und ausgerechnet IFPI-Geschäftsführer und damit oberster Pirateriebekämpfer der Musikindustrie in der Schweiz. Und so ganz nebenbei auch ein wenig in einen Steuerskandal verwickelt.

Gestern nun sind die Links auf die Filme verschwunden. Was einem Schuldeingeständnis gleichkommt. Und uns der Möglichkeit beraubt, Höggers schauspielerisches Talent – man beachte das nette Bild oben auf dieser Seite – weiter zur alltäglichen Belustigung zu Gemüte zu führen.

Stattdessen prangt heute nur noch eine Fehlermeldung auf der Homepage der „BG Oberstrass“ und verkündet uns, dass die entsprechende Seite verschwunden sei:

Was wohl nichts anderes bedeutet als: Högger hat sich strafbar gemacht und müsste nun von der IFPI eine Anzeige bekommen. Ich nehme gegenwärtig Wetten an: Wird er verurteilt oder etwa nicht?

Übrigens: Wer die Originalfilme noch sehen möchte, findet sie gegenwärtig hierund hier und hier. Und sollten sie dereinst definitiv vom Server der „BG Oberstrass“ verschwinden und IFPI-Högger das Gefühl haben, dass er mit der Vernichtung von Beweismitteln definitiv aus dem Schneider ist: Pech. Ich habe die Kopien schon bei Youtube eingestellt und werde es mir nicht nehmen lassen, bei Gelegenheit einen Link darauf zu setzen.

Wie einfach man die IFPI übers Ohr hauen kann

Mai 22, 2011 § 4 Kommentare

Kennen Sie den fittesten Schweizer? Nicht? Nun, es ist Beat Högger. Sie wissen schon: Der Mann von der IFPI. Klar, wenn Sie sein Bild anschauen werden Sie nicht eben den Eindruck erhalten, dass er fit wie ein Turnschuh sei. Eher etwa wie eine Jesuslatsche.
Sollten Sie Beat Högger aber nicht kennen, dann erledigen Sie nun zuerst Ihre Hausaufgaben, stöbern ein wenig in diesem Blog rum und machen sich kundig.
Also: Beat Högger ist der fitteste Schweizer. Weshalb ich dies weiss? Nun, ich habe ihn angerufen. Oder zumindest die IFPI. Dort meldet er sich dann zackig mit „IFPI Schweiz, Högger“. Wenn Sie das Tondokument anhören wollen, spendieren Sie mir am besten ein WordPress-Update…. Item. Die „IFPI Video“ ist ja mittlerweilen telefonverzeichnismässig an der Kraftstrasse 30 domiziliert. Nun, innerhalb von Sekunden wählte ich dann die Nummer von IPGate. Welche wiederum an der Toblerstrasse zu Zürich beheimatet ist. Und tatsächlich: Nur wenige Sekunden, nachdem Högger das Telefon an der Kraftstasse abnahm, war er auch fähig, den Anruf an der Toblerstrasse entgegenzunehmen.
Okay, so fit mag nun Högger auch nicht sein, wie eifrige LeserInnen meines Blogs zwischenzeitlich wohl wissen.
Erstaunlich ist dies trotzdem, sagt es uns doch, dass Högger nach wie vor zwei Hüte auf seinem breiten Haupte trägt.
Noch erstaunlicher ist aber, dass er selbstverständlich nicht immer selber das Telefon abnimmt. Bei einem zweiten Anruf nahm eine nette Dame ab, die sich sogar identifizierte: Sie ist eine IFPI-Sekretärin, welche ursprünglich und per Vertrag bei der IPGate in Lohn und Brot stand. Nachdem dies ruchbar wurde, stellte die IFPI sie an.
Also: Die IFPI bezahlt eine Sekretärin, die aber auch für die IPGate arbeitet. Auf die Frage, ob die IPGate denn nun der IFPI dafür auch etwas bezahle, wurde das Telefon kurzerhand aufgelegt. Was ich als „Nein“ interpretierte.
Wenn also bei der IFPI selber niemand Auskunft geben will, getraute ich mich, einigen Mitgliedern anzurufen. Der Tenor meiner Frage: „Müssen Sie der IFPI Mitgliederbeiträge bezahlen, und falls ‚Ja‘, werden diese kleiner, weil Angestellte der IFPI auch für die IPGate arbeiten?“
Die Antworten, kurz zusammengefasst: „Nein.“ Oder: „Davon hatte ich ja keine Ahnung!“ Oder aber auch: „Skandal!“
Was will uns diese kleine Begebenheit mitteilen? Nun, dass Beat Högger vielleicht sportlich ist, aber definitiv nicht zwischen „Mein“ und „Dein“ unterscheiden kann. Oder, anders gesagt: Er scheint nicht nur die Steuerbehörden in Deutschland übers Ohr zu hauen, sondern gleich auch noch die Mitglieder der IFPI.
Von daher erstaunt es auch nicht, dass er bisher keine Anstalten getroffen hat, etwas gegen die „BG Oberstrass“ zu unternehmen. Dabei handelt es sich um die „Baugenossenschaft Oberstrass“. Die hat ein paar langweilige Filmli über ihr famoses Wirken ins Internet gestellt. Diese Filmli sind so gähn, dass die Hersteller versuchen, sie mit etwas Musik aufzupeppen. Mindestens eines dieser Stücke kann eindeutig als Machwerk von Hubert von Goisern identifiziert werden.
Wer aber solche Musik öffentlich darbietet, sollte doch auch bei der Suisa entsprechend Geld abliefern. Eine kurze Nachfrage dort genügt und es ist klar: Für die Musikstücke wird nichts bezahlt. Kurzum: Es handelt sich hier um Musikpiraterie.
Da müsste nun die IFPI sofort tätig werden, schliesslich nennt sich eine ihrer Aktionen vollmundig „Game Over“ und wird auf der IFPI-Homepage so beschrieben: „Die Ende 2005 gestartete Aktion „Game Over“ folgte auf eine Informations- und Aufklärungskampagne, in der auf die Bedeutung des Schutzes geistigen Eigentums und auf die möglichen Folgen einer Urheberrechtsverletzung – Strafen und Schadenersatz – hingewiesen wurde.“
Strafen und Schadenersatz. Genau: Das müsste die IFPI nun bei der BG Oberstrass einfordern.
Da trifft es sich gut, dass der Vizepräsident dieser „BG oberstrass“ gleich auch der Geschäftsführer der IFPI ist: Beat Högger. Entweder hat er nicht gewusst, dass er für das Veröffentlichen von Musikstücken etwas bezahlen muss. Dann wäre er bei der IFPI am falschen Platz.
Oder er weiss es, foutiert sich aber darum. Das ist die wahrscheinlichere Variante.
Was bedeutet: Beat Högger ist wirklich fit. Er schafft es sogar, seinen eigenen Arbeitgeber doppelt und dreifach übers Ohr zu hauen.

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