Wie einfach man die IFPI übers Ohr hauen kann

Mai 22, 2011 § 4 Kommentare

Kennen Sie den fittesten Schweizer? Nicht? Nun, es ist Beat Högger. Sie wissen schon: Der Mann von der IFPI. Klar, wenn Sie sein Bild anschauen werden Sie nicht eben den Eindruck erhalten, dass er fit wie ein Turnschuh sei. Eher etwa wie eine Jesuslatsche.
Sollten Sie Beat Högger aber nicht kennen, dann erledigen Sie nun zuerst Ihre Hausaufgaben, stöbern ein wenig in diesem Blog rum und machen sich kundig.
Also: Beat Högger ist der fitteste Schweizer. Weshalb ich dies weiss? Nun, ich habe ihn angerufen. Oder zumindest die IFPI. Dort meldet er sich dann zackig mit „IFPI Schweiz, Högger“. Wenn Sie das Tondokument anhören wollen, spendieren Sie mir am besten ein WordPress-Update…. Item. Die „IFPI Video“ ist ja mittlerweilen telefonverzeichnismässig an der Kraftstrasse 30 domiziliert. Nun, innerhalb von Sekunden wählte ich dann die Nummer von IPGate. Welche wiederum an der Toblerstrasse zu Zürich beheimatet ist. Und tatsächlich: Nur wenige Sekunden, nachdem Högger das Telefon an der Kraftstasse abnahm, war er auch fähig, den Anruf an der Toblerstrasse entgegenzunehmen.
Okay, so fit mag nun Högger auch nicht sein, wie eifrige LeserInnen meines Blogs zwischenzeitlich wohl wissen.
Erstaunlich ist dies trotzdem, sagt es uns doch, dass Högger nach wie vor zwei Hüte auf seinem breiten Haupte trägt.
Noch erstaunlicher ist aber, dass er selbstverständlich nicht immer selber das Telefon abnimmt. Bei einem zweiten Anruf nahm eine nette Dame ab, die sich sogar identifizierte: Sie ist eine IFPI-Sekretärin, welche ursprünglich und per Vertrag bei der IPGate in Lohn und Brot stand. Nachdem dies ruchbar wurde, stellte die IFPI sie an.
Also: Die IFPI bezahlt eine Sekretärin, die aber auch für die IPGate arbeitet. Auf die Frage, ob die IPGate denn nun der IFPI dafür auch etwas bezahle, wurde das Telefon kurzerhand aufgelegt. Was ich als „Nein“ interpretierte.
Wenn also bei der IFPI selber niemand Auskunft geben will, getraute ich mich, einigen Mitgliedern anzurufen. Der Tenor meiner Frage: „Müssen Sie der IFPI Mitgliederbeiträge bezahlen, und falls ‚Ja‘, werden diese kleiner, weil Angestellte der IFPI auch für die IPGate arbeiten?“
Die Antworten, kurz zusammengefasst: „Nein.“ Oder: „Davon hatte ich ja keine Ahnung!“ Oder aber auch: „Skandal!“
Was will uns diese kleine Begebenheit mitteilen? Nun, dass Beat Högger vielleicht sportlich ist, aber definitiv nicht zwischen „Mein“ und „Dein“ unterscheiden kann. Oder, anders gesagt: Er scheint nicht nur die Steuerbehörden in Deutschland übers Ohr zu hauen, sondern gleich auch noch die Mitglieder der IFPI.
Von daher erstaunt es auch nicht, dass er bisher keine Anstalten getroffen hat, etwas gegen die „BG Oberstrass“ zu unternehmen. Dabei handelt es sich um die „Baugenossenschaft Oberstrass“. Die hat ein paar langweilige Filmli über ihr famoses Wirken ins Internet gestellt. Diese Filmli sind so gähn, dass die Hersteller versuchen, sie mit etwas Musik aufzupeppen. Mindestens eines dieser Stücke kann eindeutig als Machwerk von Hubert von Goisern identifiziert werden.
Wer aber solche Musik öffentlich darbietet, sollte doch auch bei der Suisa entsprechend Geld abliefern. Eine kurze Nachfrage dort genügt und es ist klar: Für die Musikstücke wird nichts bezahlt. Kurzum: Es handelt sich hier um Musikpiraterie.
Da müsste nun die IFPI sofort tätig werden, schliesslich nennt sich eine ihrer Aktionen vollmundig „Game Over“ und wird auf der IFPI-Homepage so beschrieben: „Die Ende 2005 gestartete Aktion „Game Over“ folgte auf eine Informations- und Aufklärungskampagne, in der auf die Bedeutung des Schutzes geistigen Eigentums und auf die möglichen Folgen einer Urheberrechtsverletzung – Strafen und Schadenersatz – hingewiesen wurde.“
Strafen und Schadenersatz. Genau: Das müsste die IFPI nun bei der BG Oberstrass einfordern.
Da trifft es sich gut, dass der Vizepräsident dieser „BG oberstrass“ gleich auch der Geschäftsführer der IFPI ist: Beat Högger. Entweder hat er nicht gewusst, dass er für das Veröffentlichen von Musikstücken etwas bezahlen muss. Dann wäre er bei der IFPI am falschen Platz.
Oder er weiss es, foutiert sich aber darum. Das ist die wahrscheinlichere Variante.
Was bedeutet: Beat Högger ist wirklich fit. Er schafft es sogar, seinen eigenen Arbeitgeber doppelt und dreifach übers Ohr zu hauen.

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